Schuldenfalle
Kredite
können heute überall aufgenommen werden. Auch wenn einige Banken ihre
Kreditvergabe mittlerweile etwas eingeschränkt haben, bommt das Geschäft
bei Händlern und Direktbanken. Hier können Kunden, nahezu ohne großen
Aufwand, Kredite erhalten. Diese werden dann in kleinen monatlichen
Raten zurückgezahlt.
Die Gefahr der Schuldenfalle
Es gibt viele Gründe, in die Schuldenfalle zu tappen. Einiger der
häufigsten ist die Aufnahme vieler kleiner Kredite. Deren Raten sind
zwar einzeln für die Kreditnehmer meist problemlos zu tragen, die Summe
belastet das Budget jedoch schwer. Zudem verlieren viele Menschen bei
bis zu 10 Krediten den Überblick, wo die Schulden gemacht wurden, wie
hoch sie sind und welche Raten hierfür zu zahlen sind. Zudem werden die
Kredite bei Händlern ohne viele Prüfungen vergeben. So sind für Darlehen
bis zu einer Summe von 4.000 Euro keine Gehaltsnachweise vorzulegen, es
genügt die Vorlage einer gültigen ec-Karte. Ein weiterer Grund für die
Schuldenfalle sind die Dispositionskredite der Banken. Sie werden meist
ohne Antrag des Kunden vergeben, und zwar über das Doppelte oder
dreifache des Nettogehaltes. Wer ihn in Anspruch nimmt, zahlt sehr hohe
Zinsen, die bis zu 15% p.a. betragen können. Weiterhin erfolgt die
Rückzahlung nicht in festen Raten, sondern durch den Gehaltseingang. Wer
jedoch den Dispositionskredit in voller Höhe in Anspruch genommen hat,
wird diesen nur noch schwer zurückführen können. Ebenso schnell, wie der
Dispositionskredit durch die Banken eingerichtet wird, so schnell wird
er auch wieder gesenkt, wenn sich die finanzielle Situation ändert. Wer
also durch Arbeitslosigkeit weniger verdient und daher ohnehin die
monatlichen Ausgaben nur noch schwer bestreiten kann, dem kürzen die
Banken auch noch den Dispositionskredit. Die Zahlung von Darlehensraten,
Miete und Strom kann so unter Umständen nicht mehr erfolgen. Natürlich
gibt es auch Gründe, unverschuldet in die Schuldenfalle zu geraten. So
ist dies der Tod des Ehepartners, Berufsunfähigkeit oder
Arbeitslosigkeit.
Vermeidung der Schuldenfalle
Es klingt zwar einfach, aber die Vermeidung der Schuldenfalle ist nur
durch geringe Kreditaufnahme möglich. So sollten Kunden immer überlegen,
ob ein bestimmtes Konsumgut, sei es der Fernseher oder die Urlaubsreise,
wirklich benötigt wird und diese zudem finanziert werden muss. Weiterhin
ist es sinnvoll, selbst ein Budget aufzustellen, aus dem Einnahmen und
Ausgaben ersichtlich sind. Nur wenn am Monatsende ein positiver Betrag
verbleibt, ist das Budget ausgeglichen. Bestenfalls kann dann eine
gewisse Summe auf das Sparbuch gelegt werden, um unvorhergesehene
Ausgaben bestreiten zu können. Um Risiken zu vermeiden gibt es zudem die
Möglichkeit, Kredite durch Kreditversicherungen abzudecken. Diese
bezahlen die Restschuld bei Tod eines Kreditnehmers und übernehmen die
Raten im Fall von Arbeitslosigkeit und Berufsunfähigkeit.
Raus aus den Schulden
Menschen, die bereits in der Schuldenfalle sind, können nur noch
versuchen, ihre Schulden schnellstmöglich abzubauen. Hierzu ist es
natürlich notwendig, alle Gläubiger und deren Forderung zu kennen. Daher
sollte eine Liste erstellt werden. Zudem sollte das Haushaltsbudget
überdacht werden, um unnötige Ausgaben streichen und hiermit die Kredite
bedienen zu können. Auch die Banken sind in der Regel sehr kooperativ.
So lohnt ein Weg zum Berater, der eventuell die Raten reduzieren kann.
Dies verlängert zwar die Gesamtlaufzeit, eine Kreditkündigung und somit
der Eintrag in die Schufa kann jedoch verhindert werden. In einigen
Fällen stimmen Banken auch der Aussetzung der Raten für eine gewisse
Zeit zu. Es gibt zudem die Möglichkeit, teure Dispositionskredite in
Ratenkredite umzuschulden.
Wer trotz Einsparungen seine Schulden nicht zurückzahlen kann, dem
bleibt noch der Weg zum Schuldnerberater, um eventuell das Verfahren der
Verbraucherinsolvenz zu gehen.
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