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Freitag, 16. Mai 2008 - 16:21 Uhr

 
 

Schuldenfalle

SchuldenfalleKredite können heute überall aufgenommen werden. Auch wenn einige Banken ihre Kreditvergabe mittlerweile etwas eingeschränkt haben, bommt das Geschäft bei Händlern und Direktbanken. Hier können Kunden, nahezu ohne großen Aufwand, Kredite erhalten. Diese werden dann in kleinen monatlichen Raten zurückgezahlt.

Die Gefahr der Schuldenfalle

Es gibt viele Gründe, in die Schuldenfalle zu tappen. Einiger der häufigsten ist die Aufnahme vieler kleiner Kredite. Deren Raten sind zwar einzeln für die Kreditnehmer meist problemlos zu tragen, die Summe belastet das Budget jedoch schwer. Zudem verlieren viele Menschen bei bis zu 10 Krediten den Überblick, wo die Schulden gemacht wurden, wie hoch sie sind und welche Raten hierfür zu zahlen sind. Zudem werden die Kredite bei Händlern ohne viele Prüfungen vergeben. So sind für Darlehen bis zu einer Summe von 4.000 Euro keine Gehaltsnachweise vorzulegen, es genügt die Vorlage einer gültigen ec-Karte. Ein weiterer Grund für die Schuldenfalle sind die Dispositionskredite der Banken. Sie werden meist ohne Antrag des Kunden vergeben, und zwar über das Doppelte oder dreifache des Nettogehaltes. Wer ihn in Anspruch nimmt, zahlt sehr hohe Zinsen, die bis zu 15% p.a. betragen können. Weiterhin erfolgt die Rückzahlung nicht in festen Raten, sondern durch den Gehaltseingang. Wer jedoch den Dispositionskredit in voller Höhe in Anspruch genommen hat, wird diesen nur noch schwer zurückführen können. Ebenso schnell, wie der Dispositionskredit durch die Banken eingerichtet wird, so schnell wird er auch wieder gesenkt, wenn sich die finanzielle Situation ändert. Wer also durch Arbeitslosigkeit weniger verdient und daher ohnehin die monatlichen Ausgaben nur noch schwer bestreiten kann, dem kürzen die Banken auch noch den Dispositionskredit. Die Zahlung von Darlehensraten, Miete und Strom kann so unter Umständen nicht mehr erfolgen. Natürlich gibt es auch Gründe, unverschuldet in die Schuldenfalle zu geraten. So ist dies der Tod des Ehepartners, Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit.

Vermeidung der Schuldenfalle

Es klingt zwar einfach, aber die Vermeidung der Schuldenfalle ist nur durch geringe Kreditaufnahme möglich. So sollten Kunden immer überlegen, ob ein bestimmtes Konsumgut, sei es der Fernseher oder die Urlaubsreise, wirklich benötigt wird und diese zudem finanziert werden muss. Weiterhin ist es sinnvoll, selbst ein Budget aufzustellen, aus dem Einnahmen und Ausgaben ersichtlich sind. Nur wenn am Monatsende ein positiver Betrag verbleibt, ist das Budget ausgeglichen. Bestenfalls kann dann eine gewisse Summe auf das Sparbuch gelegt werden, um unvorhergesehene Ausgaben bestreiten zu können. Um Risiken zu vermeiden gibt es zudem die Möglichkeit, Kredite durch Kreditversicherungen abzudecken. Diese bezahlen die Restschuld bei Tod eines Kreditnehmers und übernehmen die Raten im Fall von Arbeitslosigkeit und Berufsunfähigkeit.

Raus aus den Schulden

Menschen, die bereits in der Schuldenfalle sind, können nur noch versuchen, ihre Schulden schnellstmöglich abzubauen. Hierzu ist es natürlich notwendig, alle Gläubiger und deren Forderung zu kennen. Daher sollte eine Liste erstellt werden. Zudem sollte das Haushaltsbudget überdacht werden, um unnötige Ausgaben streichen und hiermit die Kredite bedienen zu können. Auch die Banken sind in der Regel sehr kooperativ. So lohnt ein Weg zum Berater, der eventuell die Raten reduzieren kann. Dies verlängert zwar die Gesamtlaufzeit, eine Kreditkündigung und somit der Eintrag in die Schufa kann jedoch verhindert werden. In einigen Fällen stimmen Banken auch der Aussetzung der Raten für eine gewisse Zeit zu. Es gibt zudem die Möglichkeit, teure Dispositionskredite in Ratenkredite umzuschulden.
Wer trotz Einsparungen seine Schulden nicht zurückzahlen kann, dem bleibt noch der Weg zum Schuldnerberater, um eventuell das Verfahren der Verbraucherinsolvenz zu gehen.